Zwischen Geheimnissen, Liebe und Unsicherheit

  • Bryan war froh, als er aus dem stickigen Gebäude raus war. Er schaute sich etwas um, ehe er zu einigen seiner Mitschüler ging, mit welchen er auch am Vortag schon in den Pausen zusammen war. "Echt cool, wie du Cole geholfen hast." Meinte einer der Jungs, weshalb Bryan schief lächelte und abwank: "Fands halt unfair, dass er ihn so zur Sau gemacht hat." Gab er dabei zurück, denn er hatte das schlichtweg einfach nur unfair gefunden. "Trotzdem. Ich mein, du kennst den ja auch nicht wirklich, oder? Er hat in den letzten ein, zwei Jahren echt reingeschissen. Keine Ahnung, was bei ihm los ist." Erzählte er dann, woraufhin Bryan leicht mit den Schultern zuckte. "Ich muss niemanden kennen und die Vergangenheit spielt für mich auch keine Rolle, um für Fairness zu sorgen. Ist doch egal, was er in den letzten ein oder zwei Jahren gemacht hat, das sagt nichts über sein gegenwärtiges Ich aus." Ja, da sprach Bryan aus Erfahrung. Immerhin war sein gegenwärtiges Ich auch ein ganz anderes, als noch vor etwas mehr als drei Jahren. Zumindest, was das Äußere betraf. "Das... nenne ich mal eine Aussage." Staunte eines der Mädchen.

    Sie unterhielten sich weiter, auch über andere Dinge. Immerhin war das Thema damit im Grunde durch. Zwar fragten sie noch, ob das überhaupt stimmte, weshalb Bryan ihnen sagte, welcher Teil gelogen war, doch ansonsten unterhielten sie sich über andere Dinge. Vorwiegend auch über die Party, welche so cool werden sollte. Bryan war wirklich darauf gespannt.
    Zwischendurch scherzten sie auch ein wenig herum und gerade, als Bryan sich herzhaft lachend umblickte, trafen sich sein und Coles Blick. Er sah, dass dieser mit Tristan und seinem anderen Kumpel zusammen war und zu ihm rüber schaute. Bryan hatte sich sichtlich schon relativ gut integriert. Natürlich würde es noch dauern, bis er wirklich einen Freundeskreis hatte und dann wohl auch vorwiegend mit denselben Leuten abhängen würde. doch derzeit lernte er alle noch kennen und dahingehend stellte er sich, trotz anfänglicher Sorge, wirklich gut an. Seine Mitschüler nahmen ihn auch sehr gut auf, worüber er wirklich froh war.

  • Als sich ihre Blicke trafen, fiel Cole sofort auf, dass Bryan anscheinend gut aufgenommen wurde. Deshalb lächelte er ihm kurz zu. Er war umgeben von mehreren Jungen und Mädchen. Ein Mädchen von ihnen entdeckte Cole ebenfalls und winkte ihn heran. Cole steckte sich einen Kaugummi in den Mund und seine Hände versanken dann in den Taschen, ehe er zu dem mittelgroßen Haufen hinüber ging. "Da ist ja der Schwänzer!" Kam von einem der Jungs und er boxte Cole spielerisch gegen den Arm. Er hatte es sich zwar in den Jahren mit den Lehrern verscherzt und mit dem Direktor erst Recht, sowie mit manchen Schülern, trotzdem war er angesehen und in vielen Gruppen mit integriert, wobei er keiner Gruppe richtig dazugehörig war. Außer die, seiner beiden engen Freunde. Er war eben einfach da und wurde respektiert. Aufgrund seiner Geschichten wollte man sich mit ihm lieber Gut stellen, als Schlecht. "Schnauze." Kam von Cole, welcher aber grinsen musste. Er mochte diese lockere Art und das Ungezwungene in seiner Klasse. Die meisten von seinen Klassenkameraden waren korrekt und verstanden sich ganz gut mit Cole, wobei er privaten Kontakt nur zu wenigen von ihnen hatte. Außerdem musste ja niemand wissen, warum er wirklich nicht da gewesen war. "Kommst du auch zur Party? Wir haben gerade darüber geredet. Britney verteilt schon haufenweise Einladungen. Glaub mir, das wird mega krass!" Meinte einer der Mitschüler und Cole nickte. Er zog einen Duft zwischen Männerparfüm und Zigarettenrauch mit sich. "Ja ich werd da sein. Die anderen ebenso." Meinte er und sprach dabei über seine Freunde. Seinen anderen Kumpel hatte er zwar noch nicht gefragt, doch das würde kein Problem darstellen. Die Jungs haben sich High-Fives als sie das hörten. Sie waren alle schon sehr im Hype, was die Party anging. Umso mehr Leute kommen würden, umso größer und besser würde es werden. Auch die Mädchen tuschelten und beredeten sich einen Meter abseits mit ihren aufgeregten, sehr hohen Quietsche Stimmen. Cole war etwas gelangweilt darüber. Klar, Partys sind cool. Aber so ein großes Ding daraus zu machen? Das musste jetzt nicht sein.

    Sein Blick schwankte zu Bryan, während sich alle unterhielten. "Danke nochmal. Du hast mich glaube ich vor nem Gespräch beim Direktor gerettet." Sagte er und fuhr sich durchs Haar. Im Augenwinkel sah er, wie sein bester Kumpel Tristan ebenfalls mit dazu stieß. Er ging natürlich direkt zu den Mädchen und prahlte damit, wieviel Alkohol er zu der Party mitbringen würde. Ja, Cole liebte Tristan brüderlich, doch manchmal fragte er sich echt, was sich Tristan bei seinen Aktionen und seinen Prahlereien wohl denken mag.

  • Bryan erwiderte das Lächeln, ehe er seinen Blick wieder den Anderen zuwandte. Ja, er wurde wirklich gut aufgenommen. Es fühlte sich so normal an... einfach richtig, so, wie es sein sollte. Früher, als er noch nicht geoutet war, hatte es sich total falsch angefühlt. Mit Mädchen über 'Mädchensachen' reden, für die er sich gar nicht interessiert hatte und all solche Sachen. Nun konnte er einfach er selbst sein und sogar Freunde finden.
    Als eines der Mädchen Cole rüber wank, blickte Bryan wieder zu diesem. Natürlich wurde auch er gefragt, ob er zur Party kommen würde, was er auch bestätigte und direkt erwähnte, dass seine Kumpels auch kommen würden, welche sich darüber zu freuen schienen. Bryan war nach wie vor recht unsicher, was die Party betraf, doch wollte er sich diese auch nicht entgehen lassen und am Ende doch ausgestoßen werden, weil er sich von solchen Sachen fern hielt. Außerdem könnte das sicherlich auch ganz cool werden.
    "Bryan kommt auch! Dann kann er uns alle auch nochmal richtig kennenlernen, nicht nur in den Pausen hier." Meinte es der Mädchen begeistert, weshalb Bryan schmal lächelte. Ja, auch das wäre wohl ganz gut, denn außerhalb der Schule verhielt man sich zum einen nochmal anders und zum anderen hatte man nicht nur zwischen den Stunden mal fünfzehn bis zwanzig Minuten Pause, sondern mehrere Stunden, um über alles mögliche zu quatschen und Spaß zu haben. Mit Cole hatte er am Vorabend schließlich auch viel mehr gesprochen und sie hatten sich dadurch etwas besser kennengelernt. Natürlich nicht super gut, doch war es schon etwas ganz anderes.

    Als Cole sich nochmal bedankte, schaute Bryan wieder zu ihm: "Kein Ding. Die eine Stunde Nachsitzen nachher solltest du ja überleben." Gab er lächelnd zurück. Was auch immer diesem Lehrer über die Leber gelaufen war, er war froh, dass dieser anscheinend zumindest nicht ganz so unfair war, sofern es sich darum handelte, dass man etwas für die Schule getan hatte. Im Grunde war es auch egal, denn Cole war damit aus dem Schneider. "Kommst du danach direkt zu mir, oder muss ich wieder bis spät abends warten?" Fragte er grinsend nach. Zwar könnte er in der Zeit einfach wieder zocken, doch wäre es schon besser, wenn der Andere früher käme, damit sie mehr schafften.

  • "Cool." Sagte Cole, als er erfuhr, dass auch Bryan zu der Party kommen würde. Und ja, Bryan hatte recht. Eine Stunde nachsitzen war echt nicht so dramatisch. Da hatte Cole schon schlimmere Strafen von den Lehrern bekommen. Vorallem die Hausordnung abschreiben oder den Schulhof zu säubern war unglaublich nervig. Aber so war es nun einmal.

    "Ja, das Werd ich überleben." Gab er daraufhin grinsend zurück. Und diesmal würde er Bryan nicht warten lassen, schließlich wollten sie ja vorankommen. "Nein, keine Sorge, ich komm danach gleich zu dir. Da können wir auch Fotos machen heute Abend." stellte er fest. Umso mehr die machten, umso besser. Sie redeten noch eine Weile alle zusammen. Eigentlich ging es dabei die ganze Zeit über die Party. Die Jungs blödelten herum und die Mädchen tratschten. Die Pause ging dabei schneller herum, als ihnen lieb war. Anschließend gingen alle wieder hinein, un den Rest der Unterrichtsstunden zu überleben. Es war ein langweiliger Schultag. Die Lehrer zogen ihren Unterricht durch. Cole setzte sich auf seinen Platz und kitzelte gelangweilt auf seinen Block herum. Er dachte über das Projekt nach, jedoch vorallem an die bevorstehenden an die bevorstehende Party. Den anderen Schülern und Schülerinnen würde es da wohl nicht anders gehen. Es gab zwar öfter Partys, doch es war jedes Mal ein Aufruhr deshalb. Am Ende der Schulzeit, zum Glück hatten sie heute nur 6 Stunden, machte sich Cole auf den Weg zum Nachsitzen und verabschiedete sich von seinen Kumpels.

    Kurz ging er ebenfalls zu Bryan. "Bis nachher." Sagte er und verabschiedete sich damit. Es würde eine langweilige Stunde werden, doch was sollte man machen? Das war es ihm aber Wert gewesen. Seine Brüder hatten da dann doch Priorität, egal wie nervig sie manchmal waren. So waren eben jüngere Geschwister. Der Altersunterschied war ja schon ein ganzes Stück. Doch es war Familie und Familie ging nunmal vor, selbst vor jedem Nachsitzen und anderweitigen Konsequenzen.

  • "Ich verlass mich drauf." Kam von Bryan zurück, ehe sich alle wieder allgemein unterhielten. Die Party würde wohl noch die gesamte Woche ein riesen Thema sein. Bisher hatte Bryan sowas nur aus der Ferne miterlebt, weshalb es für ihn ziemlich ungewohnt war, mal mitten drin zu sein. Er blödelte auch ein wenig mit den anderen Jungs herum, hatte einfach seinen Spaß. Zumindest, bis die blöde Glocke verkündete, dass die Pause schon wieder vorbei war, weshalb alle Schüler wieder hinein strömten, um auch die nächsten vier Stunden hinter sich zu bringen. War natürlich alles andere als spannend und Bryan langweilte sich die meiste Zeit, da er viele der Themen bereits in seiner alten Schule hatte und diese daher konnte. Auffrischen war natürlich nie schlecht, doch war es dennoch einfach langweilig, wenn man Themen bearbeitete, die man bereits hatte.

    Als die letzte Stunde endlich vorbei war, waren alle erleichtert. Bereits am zweiten Schultag waren alle in Wochenend- und vor allem Partystimmung. Bryan wollte auch nur nach Hause, auch wenn es dort später mit pauken weitergehen würde. Zumindest konnten sie das in Ruhe machen. "Ja, bis später." Entgegnete Bryan lächelnd, welcher kurz darauf das Klassenzimmer verließ. Auf dem Weg quatschte er mit ein paar Mitschülern, welche ihn anschließend sogar noch ein Stückchen begleiteten, ehe sich ihre Wege trennten.

    Zuhause angekommen, wurde Bryan auch schon wieder von den drei Katzen belagert, welche sich über seine Heimkehr freuten. Seine Eltern mussten zwischendurch mal da gewesen sein, denn es stand Essen auf dem Herd und dazu ein Zettel, dass sie ihm einen guten Appetit wünschten und versuchen würden, an diesem Abend nach Hause zu kommen. Seine Mutter mochte es, ihm und seinem Vater kleine Zettelchen zu hinterlassen, statt eine Nachricht per Whatsapp zu schicken, was auch irgendwie echt schön war.
    Bryan machte sich das Essen warm und aß, bevor er in sein Zimmer ging und dort begann, seine Kartons weiter auszuräumen. Immerhin wollte er auch voran kommen. Im Rest des Hauses würde er wohl auch anfangen, sobald er mit seinem Zimmer fertig war, auch wenn seine Mutter dann sicherlich eh nochmal umräumen würde.

  • Cole hielt eine Stunde Nachsitzen mit links aus, jedoch wurde seine Geduld auf ein neues strapaziert, als der Lehrer dauernd seine ausgearbeiteten Aufgaben kritisierte. Er wollte ständig, dass Cole die Aufgabe nochmal macht. Diskutieren würde nichts bringen, deshalb versuchte Cole einfach, seine langsam auf brodelnde Wut herunterzuschlucken und sich nicht reizen zu lassen. Das würde nicht gut enden. Er tat, wie ihm befohlen und schrieb die Aufgabe nun zum 4. Mal, bis es endlich zum Ende klingelte und der Lehrer sich zufrieden gab. Sofort schnappte er seinen Tiefgrauen Rucksack und verschwand aus dem Schulgebäude. Draußen blieb er kurz, mit einem Sicherheitsabstand von mindestens 300 Metern, hinter dem Schulgebäude stehen und machte sich eine Zigarette an. Seine dunkelgrünen Augen sahen nach oben in den Himmel. 5 Minuten bräuchte er kurz für sich, dann würde er sich direkt auf den Weg zu Bryan machen. Gerade als er so in Gedanken versunken war und in den Himmel blickte, bemerkte er erneut die vielen Wolken. Die waren heute früh noch nicht da gewesen. "Verdammt..also wieder keine Bilder." Murmelte er genervt vor sich hin und rauchten seine Zigarette. Doch dann traf ihn ein Tropfen auf seinem schwarzen Mantel. Dann noch einer. Es fing an mit Regnen. Cole störte dies gar nicht und er begann sich auf den Weg zu Bryan.

    Unterwegs wurde der Regen immer heftiger und die Tropfen fielen im Sekundentakt. Cole schmiss seinen Zigarettenstümmel zu Boden und trat diesen kurz aus, bevor er seinen Schritt ein wenig verschnellerte. Doch das hätte er eher bedenken sollen, denn nach gerade einmal 6 Minuten regnete es wie aus Strömen. Es war nicht einmal ein sehr kalter Tag, doch das Regenwetter kühlte die ganze Atmosphäre sehr ab. Regentropfen von Cole's Haaren liefen auf sein Gesicht. Diese wischte er sich ab. Die Hände in die Taschen gestreckt, ging er schnellen Schrittes zu dem Haus von Bryan. Der Regen war ihm egal aber das Gefühl der Nässe war nervig. Kurz atmete er genervt aus. Dann knurrte sein Bauch. Er hatte noch nichts gegessen heute, da er das Essen komplett vergessen hatte aufgrund des ereignisreichen Morgens mit seinen Brüdern. Heute war echt ein klasse Tag. Es war fast, als solle der Tag so nervig wie möglich werden. Der Regen ging sogar durch seine Schuhe durch. Doch dann war er endlich angekommen. Er stellte sich unter und betätigte die Klingel an Bryan's Haustür. Dann wrung er seinen Mantel aus und fuhr durch seine Haare, damit er nicht so klitschnass in das Haus kommen müsste. Hoffentlich würden die Wolken bis heute Nacht verschwinden, dachte er.

  • In der Stunde, welche Bryan auf Cole warten musste, hatte er in seinem Zimmer einiges geschafft. Er hatte seine gesamte Kleidung in den Kleiderschrank geräumt. Außerdem hatte er noch alle seine Habseligkeiten ausgeräumt und diese in die Regale und seine Kommode einsortiert. Natürlich hatte er nicht alles in dieser einen Stunde gemacht, da er in den Tagen zuvor auch schon immer wieder mal was gemacht hatte. Nun war jedoch auch endlich der Rest geschafft, worüber er sehr froh war.

    Als es an der Tür klingelte, schaute er kurz auf sein Handy, um die Uhrzeit zu checken. Von dieser her müsste es Cole sein, weshalb Bryan sich gleich auf den Weg nach unten machte und die Tür öffnete, sobald er bei dieser angekommen war. Er erblickte den klatschnassen Cole, guckte kurz an diesem vorbei, wo er den strömenden Regen sah, ehe er seinen Mitschüler wieder anschaute. Er hatte gar nicht mitbekommen, dass es zu regnen angefangen hatte, weil er komplett in seine Arbeit vertieft war. "Äh.. komm schonmal rein. Ich hole die eben ein Handtuch. Wenn du willst, kannst du dir gleich Klamotten von mir ausleihen." Meinte er, da Coles Klamotten sicherlich komplett durchgeweicht waren und dieser erstmal was trockenes vertragen konnte. Nackt wollte er ihn auch nicht rumlaufen lassen, weshalb sich der Andere wohl an seinen Sachen bedienen musste.
    Bryan ließ ihn hinein und ging direkt erstmal ins Gästebad, wo sie auch Handtücher lagerten. Dort holte er ein großes heraus, mit welchem er zu dem Anderen zurück kam und es ihm reichte. "Hast Glück, ich habe gerade meine restlichen Klamotten in den Schrank geräumt. Du hast also die freie Wahl." Teilte er ihm mit, denn so konnte Cole den Kleiderschrank einfach komplett durchsuchen.
    Boss kam auch wieder angelaufen, doch sobald er näher an dem Anderen war und merkte, dass dieser vor Nässe triefte, lief er direkt wieder weg, weshalb Bryan leicht grinsen musste.

    "Komm." Bryan ging voraus, um Cole den Weg in sein Zimmer zu zeigen. Zwar würde dieser auf dem Weg eine nasse Spur hinterlassen, doch konnte man das einfach weg wischen, weshalb es nicht so wild war. Die Treppe hinauf, sah es im oberen Flur ähnlich aus, wie im unteren. Die Farbgebung war dieselbe, nur gab es oben eine Tür mehr. Auf der rechten Seite war die Tür zu Bryans Zimmer, welche auch offen stand. Geradeaus gab es zwei Türen. Eine führte in das große Badezimmer und eine in ein Gästezimmer, welches das kleinste Zimmer war und noch keine Möbel besaß. Links ging es in das Schlafzimmer seiner Eltern.
    Bryan ging mit Col in sein Zimmer, in welchem nur noch die leeren, zusammengefalteten Kartons an den Umzug erinnerten.

  • Cole trat in das Haus und zog seine nassen Schuhe aus, welche er aufgrund der Nässe auf dem Läufer stehen ließ. Er nahm dankend das Handtuch an. "Danke, ich weiß echt nicht wo das scheiß Unwetter aufeinmal herkam. Aber hier bin ich." Sagte er und rubbelte sich so gut es ging mit dem Handtuch schon einmal etwas ab, um bestmöglich keinen nasse Spur in dem Haus zu hinterlassen. Den Mantel, den er schon draußen bestmöglich ausgewrungen hatte, hing er abseits der anderen Jacken im Flur hin. Er tropfte nicht, zum Glück, doch wirklich Schutz hätte er dadurch auch nicht bekommen. "Hi Boss." Sagte er und wollte Boss streicheln, doch er rückte sofort zurück. Daraufhin musste auch Cole grinsen. "Angsthase" sagte er belustigt und nahm das Handtuch über seinen Arm. Eigentlich wollte er Bryan noch Fragen, ob es wirklich okay wäre hier durchs Haus zu laufen wenn er doch noch etwas tropfte von seinem Pullover, doch Bryan forderte indirekt dazu auf, mitzukommen.

    Cole lief Bryan hinterher und versuchte dabei, so wenig wie möglich nass zu machen. Währenddessen schaute er sich im Haus um. Als sie in seinem Zimmer angekommen waren, staunte er. "Whoa.. echt krasses Zimmer." Meinte er, als er die ganze coole Einrichtung sah. Sein Zimmer dagegen sah wohl mehr aus, als wären sie gerade eingezogen. Was für eine Ironie. Cole ließ seinen Block durch das Zimmer schweifen und stoppte an Bryans Schrank. Da dieser meinte, es wäre okay wenn er sich Sachen nehmen würde, nahm er einfach den erstbesten Pulli, der groß genug für ihn aussah. Ohne jeglichen Scham zog er in Bryans Zimmer seinen Pullover aus und trocknete sich mit dem Handtuch ab. Er war Recht muskulös, vorallem an den Armen, da er ja hobbymäßig boxte. Auch sonst war Cole Recht durchtrainiert, da er auch so Sport machte. Das half ihm immer, seinen Kopf abzukühlen und sich selbst vom Stress zu befreien. Generell hätte Cole kein großes Schamgefühl. Er war fast wie ein offenes Buch, zumindest an seinen guten Tagen. Nur seine Kette, die etwas weiter als bis zu seinem Schlüsselbein hin, baumelte an ihm herunter, während er sich ab trocknete. Dann wäre er sich den Pullover von Bryan über. "Und wie sehr ich aus?" Fragte er grinsend, als er zu Bryan schaute und seinen Pullover an ihm präsentierte. "Danke für die Klamotten. Ich glaube meine Hose geht, sonst setze ich mich einfach auf's Handtuch." Meinte er, da die Hose anscheinend tatsächlich am wenigsten von dem plötzlichen Regenwetter abbekommen hatte.

  • "Findest du?" Fragte Bryan nach, als Cole sein Zimmer kommentierte. Er liebte sein Zimmer, denn er hatte es so einrichten können, wie er es wollte. Natürlich waren es die Möbel aus dem alten Haus, zumindest zum Großteil, doch hatte er sich sein Zimmer dort in den letzten Jahren einfach nach seinen Wünschen und Vorstellungen eingerichtet und nun alles nochmal neu angeordnet, sodass es ihm gefiel. So trennte der Kleiderschrank zum Beispiel sein Bett von seiner Sofa und Zockerecke ab, sodass man nicht direkt auf sein Bett schaute, wenn man den Raum betrat.

    Bryan ging auf die Zimmerseite seines Bettes und schob eine der Schiebetüren seines Kleiderschrankes auf: "Such dir einfach was aus." Meinte er und noch ehe er dort weg gehen konnte, stand Cole auch schon vor dem Schrank, zog einfach einen Pulli raus und zog sich seinen daraufhin direkt aus, weshalb Bryan ihn etwas irritiert anstarrte. Ungewollt musterte er den trainierten Körper seines Mitschülers und er würde lügen, wenn er behaupten würde, dass ihm dieser nicht gefiel. Cole war gut trainiert, schlank und hatte einen verdammt heißen Körper. Allgemein sah der Andere alles andere als schlecht aus und Bryan musste zugeben, dass er ihm gefiel. Er bezweifelte jedoch, dass Cole auf Kerle stand, zumal Bryan momentan noch ganz andere Dinge im Kopf und Probleme hatte. Immerhin stand noch immer die entscheidende OP an, weshalb er sich eigentlich keinen wirklichen Kopf über eine mögliche Beziehung oder ähnliches machen wollte.

    Als Cole den Pulli an hatte und Bryan fragte, wie er aussah, schaute dieser ihm in die Augen. "Sieht gut aus." Gab er zurück und riss sich nun auch endlich von dem Anblick los, um wieder in die andere Zimmerhälfte zu gehen. "Du kannst dir sonst auch einfach noch eine Jogginghose nehmen." Meinte er, während er an seinen PC ging, wo er ein paar Mal herum klickte, ehe er das Gerät ausschaltete, da dieser schließlich nicht die ganze Zeit laufen musste, wenn er gar nicht da dran war. Zuvor hatte er Musik darüber laufen gelassen, während er seine Kartons ausgepackt hatte, doch würden sie nun arbeiten, weshalb sie wohl kaum Musik dabei laufen lassen würden.
    "Fotos machen können wir heute dann wohl doch wieder vergessen." Murmelte er nachdenklich, denn wenn es so am schütten war, konnten sie definitiv keine Fotos machen. Er hoffte, dass es in den nächsten Tagen irgendwann noch eine Gelegenheit geben würde.
    Nachdem er den PC ausgeschaltet hatte, kam er wieder zu Cole: "Wollen wir direkt hier oben bleiben, oder willst du wieder in die Küche?" Fragte er nach, da es ihm relativ egal war.

  • "Ja also mein Zimmer dagegen kann man ja schon mikrig bezeichnen. Das einzig coole was ich habe ist 'nen Boxsack." Gab Cole von sich, während er durch das Zimmer schlenderte und sich alles ansah. Die Schränke, der PC, Bücher und das Bett und alles, was ihn gerade ins Auge fiel. Er überlegte, ob er sich eine Jogginghose von Bryan nehmen sollte, doch entscheid sich dagegen. Das würde schon gehen, dachte er sich. "Ach wie können ruhig hier bleiben, wenn's dir nix ausmacht. Ich find dein Zimmer echt abgefahren." Dann sah er durch ein Fenster nach draußen, als Bryan meinte, sie könnten heute keine Fotos machen. Es regnete immernoch und Cole sah in den Himmel. Weiß nicht, vielleicht wenn wir 2-3 Stunden warten? Könnte sein, dass das Unwetter vorbei zieht. Oder das es schlimmer wird, wer weiß." Gab er schulterzuckend von sich. Der Himmel war noch grau und betrübt doch vielleicht würde es sich noch legen. Schließlich wollten sie doch das Projekt fertigbekommen, spätestens in 2 Tagen, damit sie dann auf die Party gehen konnten, dachte Cole. Genau bei diesen Gedanken fiel ihm die Party wieder ein.

    "Cool übrigens das du auch zur Party kommst. Soll wohl 'nen großes Ding wieder werden." Meinte er und sah immernoch aus dem Fenster, bis er sich zu Bryan umdrehte. "Hast dich wohl echt gut schon eingelebt, wenn du zu Ner Party eingeladen wirst." Sagte er. "Habt ihr auch auf deiner alten Schule Partys gefeiert? Auf welcher warst du eigentlich?" Fragte er aus Neugier. Sein Kumpel hatte Recht gehabt, bis jetzt hatte man noch nicht viele Informationen über Bryan sammeln können. Dabei ist es in so einer Kleinstadt ja doch etwas nicht ganz so gewöhnliches, wenn jemand neues dazu zieht. Doch schnell merkte Cole, dass er vielleicht etwas übertrieb. "Sorry, war neugierig" stellte er grinsend fest und zuckte mit den Schultern. Es stimmte, er wollte wirklich mehr über Bryan erfahren. Da Cole, außer wenn er schlechte Laune hatte oder Müde war, Recht offen und gesprächig war und auch sonst eher der Typ war, der Konfrontationen einging statt sie zu meiden, war diese Fragerei eigentlich nichts schlimmes für ihn. Er wusste ja aber nicht, wie das Bryan sehen würde und da er zu Gast war, musste er schon etwas Abstand zeigen. Solche Werte und Normen hatte ihn seine Mutter bestens eingetrichtert. Klar, er hätte schon viele Prügeleien hinter sich, aber diese Kerle hatten es alle verdient! Seiner Meinung nach zumindest.

  • Etwas schmunzelte Bryan: "Naja, das habe ich alles über die letzten Jahre zusammengesammelt. Hab mir zum Geburtstag und zu Weihnachten lieber solche Sachen gewünscht, vor allem für meinen PC." Erklärte er, da er die ganzen Sachen nicht einfach so bekommen hatte. Statt irgendwelchen Mist hatte er sich halt einfach anständige Möbel gewünscht, welche ihm gefielen und vor allem Sachen für seinen Gaming-PC, welchen er auch immer wieder gerne neu ausstattete. Inzwischen hatte er jedoch soweit alles, was er gerne wollte und brauchte, weshalb er sich auch nicht mehr ständig nur Möbel und PC Sachen wünschte.
    Leicht nickte Bryan, als Cole meinte, dass er gerne im Zimmer bleiben würde. Ihn störte das nicht, immerhin konnte er sein Zimmer vorzeigen und dort hätten sie auch ihre Ruhe, wenn Bryans Eltern nach Hause kommen sollten. "Hm, vielleicht haben wir ja Glück", stimmte Bryan seinem Mitschüler zu. Es wäre auf jeden Fall toll, wenn sie das auch noch schaffen würden, da sie dann ein gutes Stück voran kämen. Wenn nicht, mussten sie eben darauf hoffen, dass es in den nächsten zwei Tagen noch klappte.
    "Möchtest du heute was essen? Irgendwas zu trinken? Kaffee, Tee?" Fragte Bryan nach. Seine Mutter hatte ihm eingetrichtert, immer ein guter Gastgeber zu sein, der seinen Gästen Trank und Speis anbot. Und wenn es einfach nur Snacks waren.

    Als Cole anfing, Bryan so auszufragen, versteifte dieser sich einen Moment. Er ging zu der kleinen weißen Kommode, gegenüber von seinem Bett, wo er den Laptop weg nahm: "Ich habe in einem Dorf gewohnt. Der Name der Schule wird dir nichts sagen, ist ein Dorfeigener Name. Bei uns gab es nur... hmm.. nennen wir es Scheunenpartys. Einmal im Monat, am letzten Samstag. Wenn doch mal jemand zuhause eine Party geschmissen hat, haben die Eltern das ganz schnell mitbekommen, weil sie von Nachbarn informiert wurden. Also solche Partys wie hier, gabs da nicht." Erklärte er. Zwar wusste er das nur, weil er immer gehört hatte, wie sich die Anderen darüber unterhalten hatten, doch dieses Wissen konnte er ja sehr gut nutzen. Die Scheunenpartys waren allgemein bekannt, doch war er dort auch nie hingegangen, da das auch nur Probleme gegeben hätte. Bryan setzte sich auf sein Sofa, wo er den Laptop auf den Sofatisch stellte und diesen aufklappte, um ihn an zu machen. Dass Cole ihn Sachen fragte, war ja ganz normal. Immerhin war er neu und man wusste nichts über ihn. Ein wenig überforderte ihn das jedoch schon, da er es einfach nicht gewohnt war. "Also.. ist meine erste Hausparty." Fügte er noch hinzu, was stimmte. Für ihn war es die aller erste Hausparty und er wusste noch immer nicht, wie das so ablief und wie das war, wie man sich verhielt und all das.

  • Cole nickte als er ihm zuhörte. "Ja verstehe. Aber die Partys sind echt cool." Sagte er. "Viel Alkohol, Musik und im Sommer eine Gartenparty mir Pool und alle schmeißen sich rein." Sagte er grinsend. "Wird dir gefallen. Falls du etwas verloren bist, kannst du dich gern zu uns gesellen. Wenn man nicht viele Leute kennt, ist es anfangs immer etwas schwierig meiner Meinung nach." Sagte er und lächelte etwas. "Auf nen Dorf zu wohnen kann ich mir echt nicht vorstellen. Mir ist diese Stadt hier schon zu klein. Ich mein, was gibt's hier wirklich? Nichts." Er zuckte mit den Schultern. So war es nunmal. Eines Tages würde er vielleicht mal in eine Großstadt ziehen und dort leben. Das Großstadtleben reizte ihn schon sehr. Es war so belebt, im Gegensatz zu diesen Örtchen. "Aber wird wirklich cool." Sagte er. Er wusste zwar, das er öfters schon übertrieben hatte, aber diesmal würde das nicht passieren. Auch, wenn die anderen Jungs aus der Klasse das eher feierten. Außer so manche Prügelei, die er eingegangen ist. Manche davon hätte man bestimmt vermeiden können. Doch es ist, wie es ist.

    Kurz darauf grummelte sein Bauch. "Also was essen wäre nicht schlecht, aber nur wenn's keine Umstände macht." Sagte er und grinste leicht. "Hab den ganzen Tag noch nix gegessen. Langsam macht sich mein Magen bemerkbar. Man kann sich halt nicht nur von Zigaretten ernähren." Sagte er schmunzelnd. Zwar wusste er nicht, ob Bryan wirklich mitbekommen hatte, dass er rauchte, doch es war ihm egal. Er hat das schon seit einiger Zeit. Es war nun wirklich kein großes Geheimnis mehr.

  • "Dann klebe ich mich am besten direkt an eure Fersen." Kam schmunzelnd von Bryan, welcher sicherlich völlig überfordert sein würde. Viele fremde Menschen, laute Musik, Alkohol... das wäre für ihn alles Neuland und entsprechend auch viele Eindrücke. Er konnte sich gut vorstellen, dass er sich dann direkt an Coles Fersen hängte. Diesen kannte er von allen bisher am 'besten'. Wirklich kannten sie sich zwar auch nicht, doch durch das Projekt hatten sie auch privat Kontakt, weshalb es ganz klar war, dass man sich einfach nochmal anders kennenlernte. "Ich bin da aufgewachsen, also kannte ich es nicht anders. Ist auf jeden Fall deutlich ruhiger als hier und es gibt nicht so viele Abgase, die die Luft verpesten. Dafür hat man aber auch kaum Möglichkeiten, irgendwas zu machen und ein Bus fährt nur unter der Woche und das nur alle paar Stunden. Ist also ganz schön scheiße." Erklärte er, da es halt Vor- und Nachteile hatte. Die frische Luft vermisste er, genauso die Ruhe und den Duft vom Gras im Sommer vermisste er schon jetzt. Hier gab es jedoch auch Vorteile. Es gab viele Läden, man konnte immer mit dem Bus überall hin fahren und das nicht nur alle paar Stunden mal und sogar spät und am Wochenende. Es war schon ein riesen Unterschied, auch wenn Bryan bisher noch nicht ganz so viel von der neuen Stadt gesehen hatte.

    "Nö, machts nicht. Komm einfach mit, dann kannst du mir sagen, was du willst." Entgegnete er und erhob sich wieder. Er wusste nicht, was Cole mochte, also wäre es sinnvoller, wenn dieser mitkommen würde. "Zigaretten sind sowieso keine Nahrung und stinken." Merkte er an, grinste dabei jedoch etwas. Natürlich war ihm nicht entgangen, dass Cole offenbar rauchte. Allein die Tatsache, dass er stärker nach Zigarettenqualm gerochen hatte, als er am Vorabend kurz vor die Tür gegangen war, verriet ihm, dass der Andere dort geraucht haben musste. Besonders angenehm fand Bryan den Geruch nicht, doch verbieten konnte er es Cole auch nicht. Es war seine Sache.

    In der Küche angekommen, schaute Bryan nachdenklich in den Kühlschrank. "Ich könnte dir N# Sandwich machen..." Murmelte er, schloss ihn dann wieder und schaute in den Gefrierschrank"... oder ich hau dir ne Pizza in den Ofen. Hätte auch noch Nuggets, aber keine Pommes oder irgendwas anderes dazu." Murmelte er. Natürlich hätte er noch was zum kochen da, doch hatte er keinen Bock, jetzt extra zu kochen, weshalb es eben etwas schnelles und einfaches sein musste. Hätte er noch was vom Mittag übrig, wäre es kein Problem, doch war das nur eine Portion gewesen und die hatte er aufgegessen.

  • Cole zuckte mit den Schultern. "Kannst du ruhig machen. Die anderen hätten sicher nichts dagegen." Sagte er nur dazu. Kurz dachte Cole über die Vorteile eines Dorflebens nach. Ja, man hätte wohl seine Ruhe und die Luft wäre frischer. Doch wo bliebe da das Abenteuer? Die Action? Auf Dauer würde es ihm sicherlich zu langweilig werden. Manchmal brauchte er einfach so eine 'gewissen Kick', um sich lebendig zu fühlen. Und man konnte einfach so überall hin, diese Freiheit hätte er auf dem Dorf wahrscheinlich nicht. Cole war öfter mal mit seinen Kumpels unterwegs, in Städten oder gar Großstädten, auf Partys und sonst wo. Früher wollten sie immer 'Mädels aufreißen' doch seit einem Jahr, vielleicht auch länger, stand für ihn nur noch der Spaß im Vordergrund. Feiern, Trinken, Tanzen..das ist Leben. Er könnte sich nicht vorstellen, nur Zuhause rum zu hocken. Dabei ist das an manchen Tagen auch mal schön.

    Cole begleitete Bryan nach unten und steckte dabei die Hände in die Pullovertaschen von Bryan. Der Hoodie war echt gemütlich, dachte er. Als sie unten ankamen sah er sich erneut um. Auf seinen Kommentar mit den Zigaretten zuckte er mit den Schultern und grinste ebenfalls. Ja er hatte ja recht. Doch ohne ging es nunmal auch nicht mehr, dafür war die Sucht schon viel zu ausgeprägt. "Danke. Was ich esse ist mir egal. Ich kann mir auch einfach schnell selbst ein Sandwich machen oder so, wenn du mir zeigst wo alles ist. Ich bin da echt nicht anspruchsvoll." Ein Sandwich würde wohl am schnellsten gehen und Cole sättigen. Er fand es cool, dass Bryan so locker war und ihn einfach dort mit essen ließ. Dabei kannten sie sich noch gar nicht soo gut, doch Bryan wurde ihm immer sympathischer. Und kochen konnte Cole sowieso nicht, deshalb wäre ein Sandwich auch am unkompliziertesten.

    "Danach können wir auch gleich mit dem Projekt weiter machen. Da haben wir wenigstens schonmal den Theorieteil fertig." Sagte er und nahm sich ein Sandwichbrot.

  • "Gut, dann sag mir, wo wir uns treffen." Bryan war nicht scharf darauf, alleine dorthin zu gehen und Cole und seine Kumpels dann zu suchen. Sie würden sich doch sicherlich auch vorher irgendwo treffen, weshalb er dann auch einfach dorthin kommen könnte. Er hatte mit Coles Kumpels bisher noch nichts wirklich zu tun und hatte deshalb auch gar keine Ahnung, was die von ihm hielten und wie sie so drauf waren. Der eine schien recht überdreht zu sein, doch konnte das auch täuschen. Er fragte sich schon, was die beiden von ihm dachten, doch würde er weder sie, noch Cole darauf ansprechen. Mit Cole kam er gut klar und irgendwie konnte er sich auch denken, dass dieser mit seinen Freunden über ihn sprach. War halt normal, wenn man irgendwo neu war. Dann unterhielten sich die anderen Schüler eben über einen, bis sie einen besser kannten.

    Als Cole sich für ein Sandwich entschied, holte Bryan das Sandwichbrot heraus, ebenso wie Wurst, Käse, Mayo, Salat, Tomaten und eine Gurke. Er gab Cole schonmal einen Teller und ein Messer: "Tomate und Gurke?" Fragte er nach, da er beides dann für ihn schneiden würde. Ihn störte es absolut nicht, seinen Mitschüler bei sich essen zu lassen. Seine Mutter würde ihn sogar dafür loben, dass er seinem Gast was anbot und es ihm auch gab. So war das auf dem Land eben. Dort kannte auch jeder jeden und jeder half einander, normalerweise. Wenn man 'ausgestoßen' wurde, hörte diese Nächstenliebe ganz schnell auf. Dennoch hatte seine Mutter ihm immer weiter eingetrichtert, Gäste gut zu behandeln.

    "Hmh. Ich will mit dem Kram auch einfach fertig werden. Dann haben wir am Wochenende unserer Ruhe vor dem Schulkram." Gab er zurück. Natürlich wäre das auch wegen der Party gut, doch auch so war er froh, wenn er nichts mit Schule am Hut hatte. "Aber eigentlich sollte das jetzt schnell gehen. So viele Infos, wie wir schon gesammelt haben, ist das ein Klacks. Und die Fotos können wir dann immer noch machen und Notfalls halt doch welche aus dem Netz nehmen, wenn es einfach nicht möglich ist, sie selbst zu fotografieren." Im Notfall würde es eben nicht anders gehen, doch hatten wir zumindest die Möglichkeit für dieses Backup, auch wenn eigene Bilder definitiv schöner wären.

  • Cole nickte auf die Frage des Belages hin. Er aß so gut wie alles. Während Cole sich sein Brot belegte und Bryan noch das Gemüse schnitt, überlegte er kurz. "Wir gehen sicherlich was vor trinken irgendwo draußen. Ich weiß ja nicht ob du trinkst, aber wenn ja dann können wir uns auf der Skaterbahn treffen so gegen halb 9." Meinte er. Das sie dort ab und zu auch mal kifften, erzählte Cole jedoch nicht. Zumindest er und sein einer Kumpel taten das. Doch da Mischkonsum nicht gerade eine gute Wirkung auf ihn hatte, würde er das bei dieser Party höchstwahrscheinlich nicht tun. Doch man wusste ja nie, was passieren würde. Vortrinken war bei jeder Party allerdings ein Muss. "Aber das wird nicht lange dauern, der Alkohol dort ist ja eh gratis also braucht man nicht schon besoffen dahin zu gehen." Sagte er grinsend. "Wenn nicht können wir uns also auch einfach um 9 auf der Party treffen oder du kommst bis um 9 zur Skaterbahn und wir gehen zusammen. Wann und wie auch immer du magst. Musst nur bescheid sagen." Sagte er und nahm sich sein komplettes Sandwich, welches sie gemeinsam gemacht hatten. Dann biss er einen großen Bissen davon ab.

    "Mhh..danke." Sagte Cole mit vollem Mund, als er sie großes Sandwich aß. Er kaute und schluckte herunter und es fühlte sich an, als hätte er Tage nichts gegessen. Mann, hatte er einen riesen Hunger. Als er den Mund leer hatte, ging er wieder an mit Sprechen. "Ja da hast du Recht, wird heute schon. Und Mann, das Sandwich ist köstlich!" Gab er von sich und nahm noch einen Bissen. Nun war sein Tag doch gar nicht mehr so scheiße, wie anfangs geglaubt. "Ja wir können ja nachher entscheiden, ob der Himmel klar genug ist. Eigene Fotos wären natürlich noch cooler." Und er nahm noch ein Bissen. Würde es bei Bryan immer so gut schmecken, würde er sicherlich noch öfter kommen.

  • Bryan fing an, die Tomate und etwas von der Gurke zu schneiden, damit Cole es sich auf sein Sandwich legen konnte. "Dann komme ich mit dahin. Musst du mir nur sagen, wo die Skatebahn ist." Er kannte sich in der Stadt noch nicht wirklich aus, weshalb er auch keine Ahnung hatte, wo das sein sollte. "Solange du mir keine Unmengen an Alkohol rein kippst, um mich abzufüllen, damit ich komische Sachen mache oder andere irgendwas mit mir machen, sollte es klargehen." Fügte er noch grinsend hinzu. Natürlich hatte er es im Endeffekt selber im Griff, ob er so viel trank oder nicht. Jedoch ließ man sich ja gerne zu Dingen verleiten, weshalb er hoffte, dass Cole ihn nicht abfüllen würde, damit er sich dann zum Affen machte oder die Anderen irgendwas komisches mit ihm taten. Teenager waren schließlich komisch und auch, wenn er auf dem Dorf gelebt hatte, hatte er durchaus so einiges mitbekommen und wusste, dass auf Partys ziemlich beschissene Dinge passieren konnten.

    "Bitte", gab er lächelnd zurück, während er die Sachen so langsam wieder weg räumte. Musste schließlich nicht alles draußen stehen bleiben. Etwas musste er schmunzeln, als er hörte, was Cole sagte: "Wart mal ab, wenn du was von meiner Mom zu essen bekommst. Sie kocht richtig gut." Meinte er. Ein Sandwich war nun wirklich nichts besonderes, da war schließlich nichts wirklich selbstgemachtes dran. Wenn seine Mutter kochte, sah das jedoch ganz anders aus. Bryan konnte zwar auch kochen, doch wie hieß es so schön? - 'Bei Mutter schmeckt es am besten'. Zumindest, wenn die Mutter kochen konnte und das tat seine.
    "Wären sie auch. Aber wir haben auch noch ein paar Tage, also sollte sich bestimmt mal eine Gelegenheit ergeben." Zumindest hoffte er das. Wenn es die kommenden Tage jede Nacht regnen sollte, würde er sich ziemlich verarscht vorkommen. Allerdings konnte er sich das nun wirklich nicht vorstellen.

    Bryan wartete noch, bis Cole aufgegessen hatte, ehe er den Teller wegräumte und mit ihm hinauf ging, damit sie endlich an dem Projekt weiterarbeiten konnten. Er setzte sich auf sein Sofa und öffnete direkt ihre bisher erarbeiteten Sachen, ebenso wie ihre Seiten, auf denen sie die Infos gefunden hatten. Da sie Infotechnisch soweit gut aufgestellt waren, fingen sie damit an, aus diesen Infos auch endlich Texte zu schreiben.
    Da sie auf dem Sofa saßen, waren sie sich dieses Mal noch etwas näher, als am Vortag. Bryan schaute zwischendurch immer mal zu Cole, wobei er bei jedem Blick feststellte, dass dieser irgendwas an sich hatte, was ihn anzog. Es war sicher nicht der Geruch nach kaltem Zigarettenqualm, welcher jetzt nicht so penetrant war, da er Bryans Hoodie trug. Dennoch war er noch immer leicht vorhanden. So wirklich konnte Bryan auch nicht sagen, was an Cole ihn so anzog, doch die Tatsache, die ganze Zeit direkt neben ihm zu sitzen und ihm so nahe zu sein, machte ihn ein bisschen wahnsinnig.